Wohnungsbau bricht 2025 auf Zehn-Jahres-Tief ein

Redaktion2 min read01.09.2026, 00:00vor 3 Wochen
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Wohnungsbau bricht 2025 auf Zehn-Jahres-Tief ein

Deutschlands Wohnungsbau ist 2025 auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gefallen, wie Destatis-Zahlen zeigen.

In Deutschland wurden 2025 nur noch 206.600 Wohnungen fertiggestellt – ein Rückgang von 18,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der niedrigste Stand seit über zehn Jahren. Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) hervor. Bereits 2024 war die Zahl der Fertigstellungen um 14,4 Prozent gesunken. Dieser Wohnungsbau-Einbruch markiert damit den tiefsten Stand innerhalb eines ganzen Jahrzehnts.

Für 2026 zeichnet sich keine Erholung ab. Das ifo-Institut rechnet mit nur noch 185.000 fertiggestellten Wohnungen, der Verband der Wohnungswirtschaft GdW geht von rund 200.000 aus. Beide Werte liegen weit unter dem tatsächlichen Neubaubedarf von jährlich rund 320.000 Wohnungen, den der GdW für nötig hält.

Auch die Investitionen brechen ein: Nach Prognosen könnten die Neubauinvestitionen 2026 um fast 26 Prozent auf rund 6 Milliarden Euro sinken. Das ifo-Institut erwartet erst für 2028 wieder steigende Fertigstellungszahlen von etwa 215.000 Wohnungen – das wäre aber immer noch 15 Prozent weniger als 2024. Der Wohnungsbau-Einbruch der vergangenen Jahre wirkt damit noch weit in die Zukunft hinein und prägt den Wohnungsmarkt über das laufende Jahrzehnt hinaus.

Wohlstandsverlust durch Wohnungsmangel

Eine Studie des Pestel-Instituts beziffert die volkswirtschaftlichen Folgen der Baukrise: Demnach fehlen in Deutschland aktuell 1,35 Millionen Wohnungen. Die Studie schätzt den dadurch verursachten Effekt auf 0,6 Prozent weniger Bruttoinlandsprodukt und mindestens 1 Prozent Wohlstandsverlust.

Ein Lichtblick zeigt sich bei den Baugenehmigungen, die laut BBSR 2025 wieder um 10,6 Prozent gestiegen sind. Diese Erholung schlägt sich jedoch erst mit erheblicher Verzögerung in tatsächlichen Fertigstellungen nieder – für 2026 rechnen Experten noch nicht mit spürbaren Effekten des Aufholens nach dem Wohnungsbau-Einbruch der vergangenen Jahre. Damit bleibt der Wohnungsbau-Einbruch auch nach zehn Jahren rückläufiger Fertigstellungszahlen das bestimmende Thema der Branche.

Was heißt das für Vermieter?

Der anhaltende Neubau-Einbruch stützt tendenziell die Nachfrage nach Bestandswohnungen, besonders in Ballungsräumen mit starkem Zuzug. Gleichzeitig verschärft sich der Druck auf den vorhandenen Wohnungsbestand, weil Haushalte zunehmend auf bestehende Mietwohnungen ausweichen müssen. Für Vermieter in B- und C-Lagen gilt diese Entlastung jedoch nicht automatisch, da sich die Nachfrage regional stark unterscheidet. Risiken liegen weniger in fehlender Nachfrage als in möglichen politischen Eingriffen und strengeren energetischen Anforderungen an den Bestand.