Baugenehmigungen steigen, Bauaufträge sinken deutlich

Redaktion2 min read22.09.2026, 00:00vor 2 Stunden
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Baugenehmigungen steigen, Bauaufträge sinken deutlich

Während die Baugenehmigungen 2026 weiter zulegen, brechen die realen Bauaufträge im Bauhauptgewerbe spürbar ein.

Der reale Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist im Januar 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,3 Prozent gesunken, gegenüber Dezember 2025 sogar um 5,1 Prozent. Das geht aus aktuellen Zahlen hervor, die auch im Fachmagazin IVV immobilien vermieten & verwalten aufgegriffen wurden. Besonders betroffen ist der Wohnungsbau mit einem Minus von 15,5 Prozent, im Straßenbau brachen die Bauaufträge sogar um 18,7 Prozent ein.

Gleichzeitig meldet das Statistische Bundesamt weiter steigende Baugenehmigungen 2026: Im Juli wurden 22.500 Wohnungen genehmigt, im ersten Halbjahr insgesamt 126.300. Auf dem Papier wächst die Pipeline also – die tatsächliche Bautätigkeit hält damit aber nicht Schritt, denn den steigenden Baugenehmigungen 2026 stehen sinkende Bauaufträge gegenüber.

Auftragsmangel und Stornierungen bleiben hoch

Branchenverbände berichten für August von einem Anteil von 41,3 Prozent der Wohnungsbauunternehmen, die unter Auftragsmangel leiden. Die Stornierungsquote lag bei 13,1 Prozent. Hohe Baukosten und teure Finanzierungen bremsen weiterhin viele Projekte, selbst wenn die Genehmigung bereits vorliegt.

Damit zeigt sich eine Lücke zwischen formaler Genehmigung und realem Baufortschritt. Eine Baugenehmigung markiert lediglich den rechtlichen Startpunkt – bis zum tatsächlichen Baubeginn und zur Fertigstellung vergehen oft Monate, mitunter Jahre. Genau diese Verzögerung sorgt aktuell dafür, dass die hohen Baugenehmigungen 2026 nicht automatisch zu mehr fertigen Wohnungen und mehr Bauaufträgen führen.

Was heißt das für Vermieter?

Wer auf eine schnelle Entspannung beim Wohnungsangebot hofft, sollte die aktuellen Genehmigungszahlen nicht überbewerten. Für Eigentümer, die selbst neu bauen oder modernisieren wollen, bedeuten die schwachen Auftragszahlen tendenziell längere Vorlaufzeiten und unsichere Baupreise. Der Druck auf bestehende Mietwohnungen dürfte angesichts der verzögerten Fertigstellungen vorerst hoch bleiben.