München gründet Umbauagentur für Büro-zu-Wohnen-Umwandlung

München hat eine Umbauagentur eingerichtet, die leerstehende Büros systematisch in Wohnungen umwandeln soll – laut Stadt sind mindestens 10.000 Wohnungen möglich.
Die Stadt München hat eine zentrale Umbauagentur „Büro zu Wohnen" eingerichtet, um leerstehende Büroflächen gezielt in Wohnraum umzuwandeln. Die Agentur soll Leerstände erfassen, Eigentümer ansprechen und Umbauprojekte von der ersten Idee bis zur Umsetzung begleiten. Der Stadtrat hat die Gründung vorangetrieben.
Nach Angaben aus Berichten liegen in München mehr als 1,5 Millionen Quadratmeter Gewerbefläche brach, andere Quellen nennen rund 1,8 Millionen Quadratmeter leerstehende Büros. Oberbürgermeister und Stadt sprechen von einem Potenzial von mindestens 10.000 Wohnungen.
Deutlich höher fällt die Rechnung in der ifo-Studie „Homeoffice und die Zukunft der Büros" aus. Sie kommt laut Bayerischem Rundfunk auf rechnerisch rund 60.000 Wohnungen, sofern alle geeigneten Flächen baurechtlich und technisch umgewandelt werden könnten. Das ist ein theoretischer Wert, keine Planungsgröße.
Pilotprojekt Ten Towers
Das erste konkrete Vorhaben läuft bei den Ten Towers im Münchner Osten. Dort sollen Wohnungen für Auszubildende und Studierende entstehen. Die Stadt will die Erfahrungen aus dem Projekt nutzen, um die Umwandlung auf weitere Gebäude auszuweiten.
Die Agentur soll aktiv auf Eigentümer leerstehender Büroimmobilien zugehen und bei der Projektentwicklung unterstützen. Konkrete gesetzliche Fristen sind mit dem Vorhaben nicht verbunden. Maßgeblich bleiben die üblichen baurechtlichen Anforderungen an Nutzungsänderung, Genehmigung und technische Machbarkeit.
Was heißt das für Vermieter?
Eigentümer leerstehender Büroflächen in München müssen damit rechnen, von der Stadt kontaktiert zu werden, und können für Konzept, Genehmigungsweg und Projektanbahnung Unterstützung erhalten. Besonders interessant ist die Rückumwandlung bei Gebäuden, die früher zum Wohnen genutzt wurden oder gemischt genutzt sind.
Bei reinen Bürogebäuden bleiben kleinteilige Grundrisse und hohe Umbaukosten die Hürde. Eine Umnutzung ist ein genehmigungs- und investitionsintensives Projekt, kein Standardverfahren.
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