Marktanalyse

Mieten in Deutschland steigen: VdP-Daten Q2 2026

Redaktion4 min read11.08.2026, 00:00letzten Monat
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Mieten in Deutschland steigen: VdP-Daten Q2 2026

Neue Zahlen der Pfandbriefbanken zeigen: Neuvertragsmieten ziehen spürbar an. Was das für Vermieter und Investoren jetzt bedeutet.

Mieten in Deutschland: Was die aktuellen VdP-Zahlen zeigen

Die Neuvertragsmieten in Deutschland legen weiter zu – das belegen frische Daten des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VdP) für das zweite Quartal 2026. Demnach stiegen die Mieten in Mehrfamilienhäusern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,2 Prozent. Für Vermieter sind diese Zahlen ein wichtiger Anhaltspunkt, wenn es um Mietanpassungen und Investitionsentscheidungen geht.

Der VdP vereint rund 50 Immobilienfinanzierer unter seinem Dach. Die erhobenen Daten basieren auf tatsächlichen Vertragsabschlüssen von mehr als 700 Banken und gelten in der Branche als besonders verlässlich.


Warum steigen die Mieten in Deutschland so stark?

Der Haupttreiber hinter dem Mietanstieg ist ein strukturelles Problem: In Deutschland fehlen Schätzungen zufolge rund eine Million Wohnungen. Neubauprojekte entstehen zwar, doch häufig an den falschen Standorten – nämlich auf dem Land, während in städtischen Ballungsräumen die Nachfrage das verfügbare Angebot bei weitem übersteigt.

Hinzu kommt ein weiteres, oft unterschätztes Phänomen: Das tatsächlich verfügbare Mietangebot schrumpft zusätzlich, weil viele Mieter ihre bestehenden, günstigen Verträge nicht aufgeben möchten. Experten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) weisen darauf hin, dass viele Menschen in Wohnungen verbleiben, die ihrer aktuellen Lebenssituation nicht mehr entsprechen – sei es, weil die Wohnung zu groß oder zu klein geworden ist. Das bindet Wohnraum, der andernfalls dem Markt zur Verfügung stünde.


Regionale Unterschiede beim Mietanstieg

Betrachtet man die sieben deutschen Metropolen gesondert, fällt das Bild deutlich differenzierter aus. Mit einem Wachstum von nur 1,5 Prozent stiegen die Mieten in den Großstädten spürbar schwächer als im bundesweiten Durchschnitt.

Ein Blick auf die einzelnen Städte zeigt:

  • Düsseldorf verzeichnete das stärkste Mietwachstum aller sieben Metropolen mit 3,6 Prozent
  • Berlin bildete das Schlusslicht mit einem Anstieg von lediglich 0,6 Prozent
  • Die übrigen Metropolen lagen zwischen diesen Werten

Der vergleichsweise schwache Anstieg in Berlin dürfte auch damit zusammenhängen, dass dort weiterhin politische Debatten über die Enteignung großer Wohnungskonzerne geführt werden – ein Klima, das Investitionen bremst und das Marktgeschehen beeinflusst.


Auch Immobilienpreise bewegen sich nach oben

Nicht nur die Mietentwicklung, auch die Immobilienpreise zeigen 2026 wieder eine steigende Tendenz. Wohnungen und Häuser verteuerten sich im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 1,9 Prozent, gegenüber dem Vorquartal um weitere 0,3 Prozent.

In den sieben Metropolen fiel der Preisanstieg mit 2,1 Prozent sogar etwas stärker aus als im bundesweiten Schnitt. Die stärksten Zuwächse verzeichneten:

  • Hamburg mit dem höchsten Anstieg unter den Metropolen (3,8 Prozent)
  • Köln auf Platz zwei (2,5 Prozent)
  • Frankfurt und Düsseldorf gleichauf (je 2,4 Prozent)
  • Berlin und Stuttgart am unteren Ende (1,6 bzw. 0,7 Prozent)

Diese Entwicklung zeigt: Wer in deutschen Großstädten Immobilien hält, profitiert aktuell von einer Wertstabilisierung und teils deutlichen Wertsteigerungen – nach einer Phase, in der die Preise unter Druck standen.


Was das für Vermieter konkret bedeutet

Für Vermieter liefern die VdP-Daten wertvolle Orientierung bei mehreren zentralen Entscheidungen:

  • Mietanpassungen bei Neuvermietung können sich am regionalen Marktumfeld orientieren – die Spannen zwischen Städten wie Düsseldorf und Berlin sind erheblich
  • Investitionsentscheidungen sollten die lokale Angebots- und Nachfragesituation berücksichtigen; Metropolen allein sind kein Garant für das stärkste Mietwachstum
  • Portfoliobewertungen profitieren von der Kombination steigender Mieten und leicht anziehender Kaufpreise

Wichtig ist der Hinweis des VdP, dass der Druck gegenüber früheren Quartalen etwas nachgelassen hat. Der Markt wächst also weiterhin, jedoch nicht mehr ganz so dynamisch wie in der Spitzenphase. Vermieter sollten diese Abkühlung beim Tempo im Blick behalten, auch wenn die Grundtendenz klar aufwärts zeigt.


Fazit: Struktureller Wohnraummangel bleibt das zentrale Problem

Die aktuellen Zahlen der Pfandbriefbanken zeichnen ein klares Bild: Solange nicht deutlich mehr Wohnungen gebaut werden – und zwar dort, wo die Menschen sie brauchen – werden die Mieten in Deutschland unter Druck bleiben. Für Vermieter bedeutet das auf absehbare Zeit ein günstiges Marktumfeld bei Neuvermietungen. Gleichzeitig sollten sie regionale Unterschiede ernst nehmen und nicht pauschal von einem einheitlichen deutschen Mietmarkt ausgehen.