IW-Wohnindex: Bestandswohnungen verteuern sich am stärksten

Bestandswohnungen haben sich im dritten Quartal 2026 deutlich stärker verteuert als Neubauten, zeigt der IW-Wohnindex für alle 400 Kreise.
Bestandswohnungen haben sich im dritten Quartal 2026 deutlich stärker verteuert als Neubauten. Das zeigt der IW-Wohnindex des Instituts der deutschen Wirtschaft mit Daten für alle 400 Kreise, über den das Handelsblatt berichtet. Bei den Wohnimmobilienpreisen für Bestandswohnungen verzeichnete der Landkreis Starnberg mit 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal den größten Sprung.
An der Spitze der Preisliste gab es einen Wechsel: Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist nun die teuerste Region und verdrängt München samt Umland vom ersten Platz. Die acht teuersten Kreise liegen sämtlich in Südbayern.
Bei den Durchschnittswerten für das zweite Quartal fällt der Abstand zwischen den Segmenten auf. Bestandswohnungen kosteten im Schnitt 3.226 Euro pro Quadratmeter, ein Plus von 6,8 Prozent binnen Jahresfrist. Neubauwohnungen lagen bei 5.171 Euro pro Quadratmeter und legten nur um 0,8 Prozent zu.
Regionale Ausreißer
Den stärksten regionalen Anstieg meldet der Index für den Landkreis Anhalt-Bitterfeld mit 60,9 Prozent. Der Wert bezieht sich auf das untersuchte Marktsegment und beruht möglicherweise auf wenigen Transaktionen. Ein allgemeiner Deutschlandtrend lässt sich daraus nicht ablesen.
Das Statistische Bundesamt meldete für das zweite Quartal bundesweit einen Preisanstieg von 0,6 Prozent zum Vorjahresquartal und 0,3 Prozent zum ersten Quartal 2026. In den sieben größten Metropolen sanken die Preise für Eigentumswohnungen um 0,4 Prozent, Ein- und Zweifamilienhäuser dagegen verteuerten sich dort um 0,7 Prozent. In kreisfreien Großstädten außerhalb dieser sieben stiegen die Preise für Eigentumswohnungen um 2,0 Prozent, in ländlichen Regionen gingen sie überwiegend zurück. Die Wohnimmobilienpreise entwickeln sich damit je nach Kreis, Objektart und Bauzustand sehr unterschiedlich.
Was heißt das für Vermieter?
Wer Bestandsobjekte hält, kann nach dem kräftigen Preisanstieg einen höheren Marktwert ansetzen, etwa für Beleihung oder Bilanz. Auf die Miete wirkt sich das nicht automatisch aus: Maßgeblich bleiben Mietspiegel, ortsübliche Vergleichsmiete und bei Neuvermietung die Mietpreisbremse mit höchstens 10 Prozent Aufschlag, wo sie gilt. Wer kaufen will, sollte die bundesweit gemittelten Wohnimmobilienpreise nicht als Maßstab nehmen, sondern Kreis, Objektart und Bauzustand einzeln prüfen.
Passend zum Thema
Marktwert Ihrer Immobilie berechnen
Passend zum Thema
Mietrendite beim Kauf prüfen
More News

Pflichtversicherung gegen Elementarschäden: Eckpunkte liegen vor
23.10.2026
GModG kippt 65-Prozent-Regel: Vermieter tragen Gaskosten mit
23.10.2026
Pfandbriefbanken: Vergesellschaftung verteuert Immobilienkredite
23.10.2026
Mannheim verlängert Zweckentfremdungsverbot bis 2031
22.10.2026
Hamburg: Nur 5.976 neue Wohnungen – Tiefstwert seit 2012
22.10.2026