Immobilienpreise steigen laut Destatis nur noch 0,6 Prozent

Der Preisauftrieb bei Wohnimmobilien in Deutschland ist im zweiten Quartal 2026 auf 0,6 Prozent zum Vorjahr geschrumpft.
Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland sind im zweiten Quartal 2026 nur noch um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte. Zum ersten Quartal 2026 legten die Preise lediglich um 0,3 Prozent zu. Der Häuserpreisindex steht damit bei 100,6 Punkten, bezogen auf das neue Basisjahr 2025=100.
Damit setzt sich eine Abkühlung fort, die bereits Anfang des Jahres begonnen hatte. Im ersten Quartal 2026 hatte Destatis den Jahresanstieg vorläufig noch mit 1,4 Prozent beziffert, revidierte den Wert später auf 1,2 Prozent. Der Indexstand lag zu diesem Zeitpunkt bei 100,3 Punkten. Von Quartal zu Quartal hat sich das Tempo also mehr als halbiert.
Ein anderes Bild zeigt der Europace-Hauspreisindex EPX, der private Baufinanzierungen auswertet: Im August 2026 kletterte er auf 222,54 Punkte, ein Plus von 1,68 Prozent im Jahresvergleich. Bei bestehenden Ein- und Zweifamilienhäusern fiel der Zuwachs mit 1,26 Prozent etwas geringer aus. Die Differenz zu den Destatis-Zahlen erklärt sich unter anderem durch unterschiedliche Erhebungsmethoden und Objektarten.
Regional fällt die Entwicklung uneinheitlich aus. In mehreren großen Städten sinken die Preise laut aktuellen Berichten sogar, während andere Lagen weiter zulegen. Reuters rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit einem bundesweiten Anstieg von rund 2 Prozent – deutlich weniger als in den Boomjahren vor der Zinswende.
Destatis hat im Juni 2026 zudem die Basis des Häuserpreisindex von 2020 auf 2025=100 umgestellt. Wer ältere Werte mit den aktuellen vergleichen will, muss das bei der Interpretation berücksichtigen, da die Indexreihen sonst nicht direkt kompatibel sind.
Was heißt das für Vermieter?
Wer auf schnelle Wertsteigerungen gesetzt hat, muss sich auf deutlich geringere Zuwächse einstellen als noch vor wenigen Jahren. Rendite entsteht derzeit eher über Miete, Instandhaltung und solide Finanzierung als über den Wiederverkaufswert. Wer in Metropolen mit rückläufigen Preisen investiert ist, sollte Verkaufs- oder Refinanzierungspläne besonders sorgfältig prüfen. Beim Neukauf lohnt sich ein genauerer Blick auf die Mikrolage, da sich die bundesweite Entwicklung regional stark unterscheidet.
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