Helaba-Stellenabbau bei OFB: Krise in der Projektentwicklung

Wolfgang Staufer3 min read29.08.2026, 00:00vor 2 Wochen
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Helaba-Stellenabbau bei OFB: Krise in der Projektentwicklung

Helaba senkt wegen Belastungen im Immobiliengeschäft die Jahresprognose und plant einen Stellenabbau bei der Projektentwicklungstochter OFB.

Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) hat wegen anhaltender Probleme im gewerblichen Immobiliengeschäft ihre Gewinnprognose für 2026 deutlich gekappt. Bei der Projektentwicklungstochter OFB sollen infolge der schwierigen Marktlage Stellen wegfallen, wie das Institut Ende August mitteilte.

Helaba kappt Prognose wegen Immobiliengeschäft

Statt der zuvor avisierten 600 bis 700 Millionen Euro erwartet die Helaba für das laufende Geschäftsjahr nur noch rund 500 Millionen Euro Vorsteuergewinn. Bereits im ersten Halbjahr 2026 zeigte sich der Einbruch deutlich.

Zahlen im ersten Halbjahr

Der Konzern-Vorsteuergewinn fiel von 458 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf nur noch 194 Millionen Euro. Hauptursache waren Belastungen im Segment Immobilien, das mit -26 Millionen Euro vor Steuern ins Minus rutschte.

Die Risikovorsorge in diesem Bereich stieg auf -113 Millionen Euro. Damit bestätigt sich, dass vor allem das gewerbliche Immobiliengeschäft der Bank zu schaffen macht, während andere Sparten stabiler laufen.

Stellenabbau bei Projektentwicklungstochter OFB

Als Konsequenz aus der schwierigen Lage kündigte die Helaba einen Stellenabbau bei ihrer Projektentwicklungstochter OFB an. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 140 Mitarbeitende, Gespräche mit dem Betriebsrat laufen bereits.

Keine konkrete Zahl, aber klare Richtung

Eine genaue Zahl der wegfallenden Stellen nennt die Helaba bislang nicht. Das Institut spricht jedoch von „signifikanten Abbaunotwendigkeiten“ und kündigt eine „deutlich schlankere“ OFB an.

Parallel dazu plant der Helaba-Konzern insgesamt, Personal über natürliche Fluktuation abzubauen; ein stärkerer Stellenabbau soll demnach erst ab 2029 einsetzen. Einen pauschalen Einstellungsstopp gibt es laut Bank derzeit nicht.

Was bedeutet das für den Immobilienmarkt?

Die Entwicklung bei der Helaba ist ein weiteres Signal dafür, dass sich die Krise in der gewerblichen Immobilienfinanzierung und Projektentwicklung fortsetzt. Bürobestände und größere Gewerbeprojekte bleiben unter Druck, was sich in höherer Risikovorsorge und schrumpfenden Margen niederschlägt.

Wohnsegment zeigt sich robuster

Davon zu unterscheiden ist das Wohnimmobiliengeschäft der Helaba. Im nichtzinstragenden Geschäft mit als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien weist die Bank weiterhin ein Plus aus, wozu auch die Wohnungen der Tochter GWH beitragen.

Das deutet darauf hin, dass die aktuellen Probleme sich vor allem auf Büro- und gemischt genutzte Gewerbeimmobilien konzentrieren, während der reine Wohnungsmarkt stabiler bleibt.

Bedeutung für private Vermieter

Für Vermieter von Wohnimmobilien ist die unmittelbare Auswirkung der Helaba-Zahlen begrenzt, da die Verluste vor allem aus dem Gewerbesegment stammen. Dennoch lohnt ein genauerer Blick auf mögliche indirekte Effekte:

  • Banken könnten bei der Kreditvergabe für gemischt genutzte Objekte oder größere Sanierungsvorhaben vorsichtiger werden
  • Anschlussfinanzierungen im Gewerbebereich dürften genauer geprüft werden
  • Reine Wohnimmobilienfinanzierungen bleiben nach bisherigen Aussagen der Bank vergleichsweise stabil
  • Realistische Objektbewertungen und tragfähige Cashflow-Kalkulationen gewinnen bei Bankgesprächen weiter an Gewicht

Für den geplanten Stellenabbau bei der OFB gelten die üblichen arbeitsrechtlichen Regeln. Der Betriebsrat hat nach dem Betriebsverfassungsgesetz Mitbestimmungsrechte, bei größeren Entlassungswellen greift zusätzlich die Anzeigepflicht bei der Agentur für Arbeit nach Paragraf 17 Kündigungsschutzgesetz. Betriebsbedingte Kündigungen müssen zudem die gesetzlichen Fristen nach Paragraf 622 BGB einhalten.

Was heißt das für Vermieter?

Private Wohnungsvermieter sind von den aktuellen Helaba-Zahlen nicht unmittelbar betroffen, sollten die Entwicklung aber als Warnsignal für den gewerblichen Immobiliensektor einordnen. Wer selbst gemischt genutzte Objekte finanziert oder eine Anschlussfinanzierung plant, sollte sich auf strengere Prüfungen und konservativere Objektbewertungen einstellen.

Für klassische Wohnimmobilien bleibt die Lage laut den Helaba-Angaben bislang vergleichsweise entspannt. Trotzdem gilt: Eine solide Bonität, realistische Wertansätze und belastbare Mietkalkulationen erleichtern Bankgespräche in einem Marktumfeld, das im Gewerbesegment spürbar angespannter geworden ist.