Grundstückspreise fallen, Immobilienpreise stabil

Wolfgang Staufer2 min read01.09.2026, 00:00vor 2 Wochen
Share X LinkedIn
Grundstückspreise fallen, Immobilienpreise stabil

Neue Daten zeigen: Bodenpreise geben nach, doch Wohnimmobilien in Deutschland halten ihren Wert weitgehend.

Bodenrichtwerte für Baugrundstücke sinken in weiten Teilen Deutschlands oder stagnieren, während die Preise für fertig gebaute Wohnimmobilien bundesweit nahezu stabil bleiben. Das zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts sowie eine Analyse des Handelsblatts zur Entwicklung des Immobilienmarkts im Jahr 2026.

Laut Destatis stiegen die Preise für Wohnimmobilien im ersten Quartal 2026 im Schnitt um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In kreisfreien Großstädten blieben die Preise für Wohnungen mit 0,0 Prozent unverändert, während sie in dicht besiedelten ländlichen Kreisen um 2,3 Prozent nachgaben. Der Immobilienpreisindex von Destatis lag im ersten Quartal bei 100,5 Punkten, bezogen auf das Basisjahr 2025.

Baugrundstücke entwickeln sich davon losgelöst: Ein aktueller Marktüberblick nennt für 2026 einen bundesweiten Medianwert von rund 240 Euro pro Quadratmeter. In ländlichen Regionen liegen die Werte teils bei nur 30 bis 80 Euro, in Münchner Vororten dagegen bei 1.500 bis 2.500 Euro pro Quadratmeter. Der DIW-Wochenbericht beziffert den Rückgang bei Baugrundstücken und Einfamilienhäusern für 2025 auf rund minus 1 Prozent – deutlich schwächer als in den Jahren zuvor.

Entkopplung von Boden- und Immobilienpreisen

Der zentrale Befund der Analyse ist eine Entkopplung: Sinkende Bodenpreise wirken sich nur verzögert und gedämpft auf die Preise bestehender Immobilien aus. Anders als in früheren Phasen deutlicher Preisrückgänge zeigt sich 2026 vor allem eine Stabilisierung des Gesamtmarkts, kein flächendeckender Verfall.

Regional werden die Unterschiede dabei schärfer. Während Großstädte stabile Preise verzeichnen, zeigen sich in ländlichen Räumen spürbare Schwächen, besonders bei Wohnungen.

Was heißt das für Vermieter?

Für Bestandsvermieter ist der Marktwert des Grundstücks aktuell ein schwächerer Preistreiber als Lage, Vermietbarkeit und Zinsniveau – fallende Bodenpreise bedeuten also nicht automatisch sinkende Hauspreise. In ländlichen Lagen steigt allerdings das Risiko stagnierender oder leicht fallender Wiederverkaufswerte, unabhängig von Mietnachfrage und Mietentwicklung vor Ort. Bei Kaufentscheidungen für Kapitalanlagen gilt: begrenztes Abwärtsrisiko in guten Lagen, größere Preisrisiken auf dem Land und bei Objekten mit hohem Bodenwertanteil. Bei Nachkalkulationen sollten Vermieter Boden- und Gebäudewert getrennt betrachten, da sich fallende Bodenrichtwerte oft erst zeitverzögert auf den Gesamtwert auswirken.