Europace: Bestandspreise sinken, Neubau auf Rekordniveau

Im September 2026 sind Eigentumswohnungen und Bestandshäuser günstiger geworden, während neue Ein- und Zweifamilienhäuser im Europace Hauspreisindex einen Höchststand erreichen.
Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen und bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser sind im September 2026 gesunken. Neue Ein- und Zweifamilienhäuser dagegen wurden teurer und erreichten im Europace Hauspreisindex (EPX) ein Rekordniveau. Das meldet die Europace AG.
Der Gesamtindex des Europace Hauspreisindex fiel gegenüber August um 0,35 Prozent auf 221,77 Punkte. Im Vorjahresvergleich liegt er noch 0,84 Prozent im Plus.
Die Zahlen nach Segment
Eigentumswohnungen: Der Index sank im Monatsvergleich um 0,66 Prozent auf 218,39 Punkte. Gegenüber September 2025 sind die Preise 0,53 Prozent niedriger.
Bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser: Hier ging es um 0,69 Prozent auf 201,12 Punkte nach unten. Das sind 0,12 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Neue Ein- und Zweifamilienhäuser: Der Index stieg um 0,22 Prozent auf 245,80 Punkte, ein Plus von 2,92 Prozent zum Vorjahresmonat. Das ist das Rekordniveau, das der Europace Hauspreisindex für diese Kategorie ausweist.
Der EPX beruht auf tatsächlichen Finanzierungstransaktionen über den Europace-Marktplatz und wird monatlich erhoben.
Angebotspreise und Mieten
Ergänzende Daten der Value AG zeigen ein anderes Bild bei den Angebotspreisen. Für Ein- und Zweifamilienhäuser stiegen sie im September um 0,17 Prozent gegenüber August; seit April legt das Segment monatlich leicht zu. Im Jahresvergleich liegen sie 1,9 Prozent höher.
Bei Eigentumswohnungen sanken die Angebotspreise um 0,32 Prozent, der vierte Rückgang in Folge. Die Jahresrate schrumpfte auf 0,3 Prozent, den niedrigsten Wert seit Ende 2024. Zu Jahresbeginn hatte sie noch bei gut fünf Prozent gelegen.
Die Angebotsmieten blieben im September weitgehend stabil. Im dritten Quartal lagen sie knapp vier Prozent über dem Vorjahr und stiegen damit stärker als die Kaufpreise. Laut Value hat sich der Mietanstieg über den Sommer jedoch spürbar abgeflacht.
Europace-Vorstand Stefan Münter spricht von einem Zugangsproblem: Neubau sei für viele Haushalte immer schwerer finanzierbar. Im Bestand gäben die Preise leicht nach, doch echte Erschwinglichkeit entstehe daraus nicht. Zinsen, Erwerbsnebenkosten und oft auch Sanierungsbedarf blieben die entscheidenden Hürden.
Was heißt das für Vermieter?
Wer einen Kauf im Bestand plant, trifft auf leicht sinkende Preise, bei Wohnungen mit nachlassender Dynamik im Angebot. Das verbessert die Verhandlungsposition, ersetzt aber keine Renditeprüfung: Zinsen, Nebenkosten und anstehende Sanierungen entscheiden weiter über die Wirtschaftlichkeit. Für Eigentümer lohnt ein Blick auf den aktuellen Marktwert der eigenen Objekte, bevor Verkaufs- oder Beleihungsentscheidungen anstehen.
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