Coalition-X: Signierte Gebäudedaten für Bankkredite

Wolfgang Staufer2 min read01.09.2026, 00:00vor 2 Wochen
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Coalition-X: Signierte Gebäudedaten für Bankkredite

Eine neue Initiative namens Coalition-X will Immobiliendaten für Bankkredite fälschungssicher signieren, wie ZIA-Vizepräsident Jochen Schenk und Realcube-Chef Uwe Forgber erläutern.

Mit Coalition-X haben ZIA-Vizepräsident Jochen Schenk und Realcube-Geschäftsführer Dr. Uwe Forgber eine Initiative vorgestellt, die Immobiliendaten für Bankfinanzierungen signiert und damit deren Echtheit belegbar machen soll. Hintergrund sind laut Schenk verschärfte EZB-Vorgaben, wonach Banken für ihre Risikoszenarien künftig nur noch Daten verwenden dürfen, deren Herkunft und Echtheit lückenlos nachweisbar ist. Bisherige Referenzdaten großer Dienstleister reichten dafür nicht mehr aus, um Bankkredite auf verlässlicher Datenbasis zu vergeben.

Das Prinzip: Coalition-X speichert selbst keine Gebäude- oder Portfoliodaten, sondern zertifiziert den Erhebungsprozess und signiert Datensätze bereits an der Quelle – etwa direkt bei Ablesungen oder der Erstellung von Energieausweisen durch Facility-Manager oder andere Dienstleister. Schenk vergleicht das Verfahren mit einem digitalen Impfzertifikat: Empfänger wie Banken oder Wirtschaftsprüfer können per Signatur prüfen, ob Daten auf dem Transportweg manipuliert wurden, ohne dass Coalition-X selbst zum Datenspeicher wird.

Damit unterscheidet sich die Initiative von bestehenden ESG-Datenpools wie Ecore, Optiml, Deepki oder Building Minds, die weiterhin Daten sammeln, Benchmarks bilden und Optimierungsvorschläge liefern – künftig aber auf Datensätze mit nachweisbarer Echtheitskette zugreifen könnten, wenn diese über Coalition-X signiert wurden.

Startpunkt: 29 ESG-Kennzahlen

Inhaltlich beginnt Coalition-X mit den ESG-Daten der KPI-Liste des ZIA. Aus über 400 energie- und immobilienbezogenen Datenpunkten wurden 29 zentrale Kennzahlen verdichtet, abgestimmt mit dem Verband deutscher Pfandbriefbanken. Diese Kennzahlen sollen den Bedarf der Banken für ihre ESG-Risikosimulationen bei der Vergabe von Bankkrediten abdecken.

Laut Forgber entstehen der technische Grundansatz und ein erstes Minimum Viable Product im laufenden Jahr 2026. Im weiteren Jahresverlauf soll die Infrastruktur mit Pilotpartnern erprobt werden. Ab 2027 ist die schrittweise Überführung in den regulären Markt geplant, sodass Datenlieferanten und -empfänger Immobiliendaten über einen gemeinsamen Vertrauensrahmen austauschen können.

Was heisst das fuer Vermieter?

Für Vermieter und Eigentümer, die Immobilienkredite beantragen, könnte die geprüfte Datenherkunft künftig Voraussetzung für die Finanzierung werden – insbesondere bei energetischen Kennzahlen. Wer Ablesewerte, Energieausweise oder Sanierungsdaten über zertifizierte Prozesse erheben lässt, dürfte es leichter haben, diese bei Banken anerkennen zu lassen. Betroffen sind zunächst vor allem größere Portfolios, da der Start 2026 mit Pilotpartnern erfolgt; eine breite Marktanwendung ist laut Zeitplan erst ab 2027 vorgesehen.