Bund plant Gesetz für schnelleres, günstigeres Bauen

Redaktion2 min read12.09.2026, 00:00letzten Monat
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Bund plant Gesetz für schnelleres, günstigeres Bauen

Die Bundesregierung treibt 2026 eine Baugesetzbuch-Novelle voran, die Genehmigungen beschleunigen und Baukosten senken soll.

Die Bundesregierung hat 2026 mehrere Gesetzesschritte eingeleitet, um Planen und Bauen zu vereinfachen und zu beschleunigen. Bundesbauministerin Verena Hubertz brachte Ende Mai eine Novelle des Baugesetzbuchs ins Kabinett ein, die als „Baugesetzbuch-Upgrade“ bezeichnet wird. Am 25. Juni 2026 beriet der Bundestag über die Reform.

Was sich ändern soll

Umweltprüfungen sollen vereinfacht werden: Statt einer detaillierten Umweltverträglichkeitsprüfung soll häufiger eine strategische Umweltplanung ausreichen. Öffentlichkeitsbeteiligung in Planungsverfahren soll digitalisiert und teils einstufig ablaufen, serielles und digitales Bauen soll erleichtert werden.

Für Wohnbebauung soll unter bestimmten Voraussetzungen ein überragendes öffentliches Interesse gelten. Bebauungsplanabweichungen sollen einfacher werden; laut einem Bericht müssen Gemeinden bei bestimmten Vorhaben künftig innerhalb von drei Monaten reagieren, sonst gilt die Zustimmung automatisch als erteilt.

Gebäudetyp E als zentrales Instrument

Ein weiterer Baustein ist der sogenannte Gebäudetyp E, der rechtssicheres Abweichen von nicht sicherheitsrelevanten Standards ermöglichen soll, etwa bei Komfort- oder Ausstattungsanforderungen. Berichte nennen dadurch mögliche Kostensenkungen von bis zu 30 Prozent, teilweise wird ein Einsparpotenzial von rund 1.000 Euro pro Quadratmeter genannt. Der Gesetzesentwurf zum Gebäudetyp E war im Juli 2026 fertiggestellt; ein Kabinettsbeschluss wurde für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet, ein konkretes Inkrafttreten stand noch nicht fest.

Auf Länderebene ist Berlin bereits vorangegangen: Das dortige Gesetz für einfaches Bauen wurde am 9. Juli 2026 beschlossen, am 22. Juli verkündet und trat am 23. Juli 2026 in Kraft. Es soll die Rahmenbedingungen für schnelleres und kostengünstigeres Bauen in der Hauptstadt verbessern.

Was heisst das für Vermieter?

Für private Eigentümer, die Neubau, Aufstockung oder Umbau planen, könnte der Genehmigungsweg künftig schneller und flexibler werden, was Projekte wirtschaftlicher macht. Der Gebäudetyp E kann Baukosten spürbar senken, wenn Ausstattungsstandards bewusst reduziert werden – besonders relevant bei Nachverdichtung und kleineren Projektentwicklungen. Wer solche Standards absenkt, sollte Vereinbarungen mit Mietern, Käufern oder Handwerksbetrieben sauber dokumentieren, um spätere Konflikte zu vermeiden.