Berlin: Mietwohnungsbau gilt für Investoren als No-Go

Redaktion2 min read01.10.2026, 00:00vor 2 Wochen
Share X LinkedIn
Berlin: Mietwohnungsbau gilt für Investoren als No-Go

Projektentwickler signalisieren laut WiWo den Rückzug aus dem Berliner Mietwohnungsbau, während der marktaktive Leerstand im Geschosswohnungsbau nur 0,3 Prozent beträgt.

Investitionen in den Mietwohnungsbau gelten in Berlin derzeit als No-Go. Das berichtet die WirtschaftsWoche und verweist auf Projektentwickler, die bereits Rückzugssignale senden. Auslöser ist vor allem das politische Risiko durch die Vergesellschaftungsdebatte.

Genehmigungen und Pipeline

Die Zahlen zeichnen ein gemischtes Bild. 2025 wurden in Berlin rund 14.079 Wohnungen genehmigt, 2024 lag die Zahl noch unter 10.000. Der Wohnungsmarktreport 2026 zählt 214 Neubauvorhaben mit rund 44.890 Wohnungen, die sich in Planung, Entwicklung oder Bau befinden. Gegenüber 2024 ist das eine leichte Erholung, kein Einbruch.

Nur 12,7 Prozent dieser Neubauwohnungen entstehen innerhalb des S-Bahn-Rings. Die Neubauaktivität verlagert sich an die Stadtränder.

Angespannter Markt, sinkende Angebotsmieten

Der marktaktive Leerstand im Geschosswohnungsbau liegt bei 0,3 Prozent. Die Angebotsmiete für Neuvermietungen betrug im ersten Halbjahr 2026 im Schnitt 18,66 Euro pro Quadratmeter, 4,3 Prozent weniger als im Vorhalbjahr. Neubaumieten lagen bei 21,92 Euro pro Quadratmeter, ein Minus von 0,8 Prozent im Jahresvergleich. Bestandswohnungen kosteten im Juli 2026 durchschnittlich 14,53 Euro pro Quadratmeter. Das sind 12,2 Prozent mehr als im April 2023.

Regulierung

Die Berliner Mietpreisbremse wurde verlängert. Sie gilt seit dem 1. Januar 2026 bis Ende 2029 und begrenzt weiterhin die zulässige Miete bei Neuvermietungen. Ob und wann eine Vergesellschaftung tatsächlich kommt, ist offen. Erwartet werden jahrelange juristische Auseinandersetzungen. Berichten zufolge steht zudem ein Bundesgesetz gegen Vergesellschaftungen im Raum.

Was heißt das für Vermieter?

Der knappe Leerstand stützt die Vermietbarkeit bestehender Wohnungen in Berlin. Zugleich bleibt die Miethöhe bei Neuvermietungen bis Ende 2029 gedeckelt. Das politische Risiko kann Neubauentscheidungen und Finanzierungskonditionen belasten und ist damit für Investoren und Bestandshalter ein zentraler Faktor bei Berliner Objekten.