Anschlussfinanzierung 2026: Zinsen bleiben über 4 Prozent

Wer jetzt eine Anschlussfinanzierung braucht, zahlt im Schnitt rund 4 Prozent effektiv – deutlich mehr als in den Niedrigzinsjahren zuvor.
Für Immobilienkredite mit auslaufender Zinsbindung müssen Eigentümer Ende September 2026 überwiegend mit Effektivzinsen zwischen 4,1 und 4,4 Prozent für zehn Jahre rechnen. Das geht aus aktuellen Marktdaten hervor, über die auch die HNA berichtet. Einzelne Anbieter liegen je nach Bonität und Beleihungsauslauf niedriger, bei etwa 3,7 Prozent.
Die Sparkasse nennt für zehnjährige Sollzinsbindungen im August 2026 eine Spanne von rund 3,7 bis 4,2 Prozent effektiv. Der Vermittler Dr. Klein wies Anfang September einen Topzins ab 3,97 Prozent aus, wobei die Konditionen je nach Laufzeit bis auf 4,47 Prozent steigen können. Stiftung Warentest ermittelte für zehnjährige Anschlussfinanzierungen zum 31. August einen Durchschnittswert von 4,01 Prozent, etwas höher als im Vormonat.
Im HNA-Beispiel zeigt sich der Effekt konkret: Bei einer Prolongation über die bisherige Bank liegt der Effektivzins bei 4,09 Prozent, ein günstigeres Alternativangebot kommt auf 3,67 Prozent. Nach Berechnungen von Verivox kann die monatliche Rate bei schlechteren Anschlusskonditionen um 383 Euro steigen.
Deutlich höheres Niveau als vor zehn Jahren
Damit bleibt die Belastung klar über dem Niveau der Jahre um 2016, als für vergleichbare Laufzeiten oft nur 1 bis 1,5 Prozent fällig wurden. Interhyp und Dr. Klein sehen aktuell kein schnelles Absinken der Zinsen, sondern ein stabiles Plateau um 4,0 bis 4,3 Prozent für zehnjährige Bindungen.
Wer seine Finanzierung frühzeitig sichern will, kann ein Forward-Darlehen abschließen, laut Marktangaben bis zu fünf Jahre vor Ablauf der bestehenden Zinsbindung. Zusätzlich greift nach zehn Jahren seit vollständiger Auszahlung des Kredits das Sonderkündigungsrecht nach § 489 BGB mit sechs Monaten Kündigungsfrist. Damit lässt sich auch außerhalb des regulären Vertragsendes zu einer anderen Bank wechseln.
Was heißt das für Vermieter?
Wer eine Zinsbindung in den kommenden ein bis zwei Jahren auslaufen sieht, sollte Restschuld, Tilgungshöhe und mögliche Anschlusskonditionen jetzt prüfen statt erst kurz vor Ablauf. Ein Vergleich zwischen dem Angebot der Hausbank und externen Anbietern kann laut den vorliegenden Beispielrechnungen mehrere hundert Euro Rate im Monat ausmachen. Da die Mieteinnahmen die höhere Rate nicht automatisch auffangen, lohnt sich eine frühzeitige Liquiditätsplanung, gegebenenfalls über ein Forward-Darlehen, das die aktuellen Konditionen für die Zukunft festschreibt.
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