60 Mrd. Euro Förderung, doch Fertigstellungen brechen ein

Trotz rund 60 Milliarden Euro Fördermitteln sank die Zahl fertiggestellter Wohnungen 2025 um 18,0 Prozent auf 206.600 – den niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren.
Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen in Deutschland ist 2025 auf 206.600 gefallen. Das sind 18,0 Prozent weniger als 2024 und der niedrigste Wert seit mehr als einem Jahrzehnt. Das geht aus den neuesten verfügbaren Zahlen hervor, die das Handelsblatt zum Anlass für die Frage nimmt, warum trotz der Förderung kaum gebaut wird.
Bund, Länder und Kommunen stellen nach Angaben des Bundesbauministeriums rund 60 Milliarden Euro für neue, überwiegend geförderte Wohnungen bereit. Die Zahlen zeigen: Das Geld allein bringt die Bagger nicht in Bewegung.
Genehmigungen steigen, Fertigstellungen nicht
Die Baugenehmigungen legten 2025 um 10,6 Prozent auf 238.100 Wohnungen zu, der erste Anstieg seit 2021. In der Statistik kommt das bislang nicht an. Ende 2025 summierte sich der Bauüberhang auf 760.700 genehmigte, aber nicht fertiggestellte Wohnungen. Nur 307.200 davon waren bereits im Bau.
Im Jahr 2025 erloschen rund 29.400 Genehmigungen, knapp 5 Prozent des Bauüberhangs. Wer genehmigt ist, baut also nicht automatisch.
Warum die Förderung nicht reicht
Höhere Bau-, Grundstücks- und Finanzierungskosten drücken die Rendite vieler Projekte, auch mit Zuschüssen und zinsverbilligten Krediten. Hinzu kommen fehlende Baufirmen sowie Material- und Kapazitätsengpässe. Die Förderung ist zudem häufig an Effizienzstandards, Mietbindungen oder Einkommensgrenzen geknüpft, was die Kalkulation zusätzlich einengt.
Das Programm „Klimafreundlicher Neubau“ ist im Kern ein zinsverbilligter Kredit, beantragt über die Hausbank, keine pauschale Baukostenerstattung. 2025 wurden damit mehr als 64.000 klimafreundliche Wohneinheiten gefördert. Seit dem 16. Dezember 2025 gibt es befristet wieder Förderung für Neubauten im Effizienzhausstandard 55 mit 100 Prozent erneuerbaren Energien.
Politische Gegenmaßnahmen
Der Bau-Turbo, der Gebäudetyp E und eine ergänzende KfW-Förderung für den Bauüberhang sollen Genehmigung und Umsetzung beschleunigen. Der Gebäudetyp E erleichtert Abweichungen von nicht zwingenden technischen Standards und senkt so Kosten. Er ersetzt keine Baugenehmigung und lässt zwingende Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltanforderungen unberührt. Mehr Genehmigungen wirken sich erst mit erheblicher Verzögerung auf die Fertigstellungen aus.
Was heißt das für Vermieter?
Die 60 Milliarden Euro sind kein allgemeiner Baukostenzuschuss. Entscheidend ist, ob das konkrete Vorhaben förderfähig ist: Kreditbetrag, Tilgung, Zinsbindung, Eigenkapital und zulässige Miete gehören in die Rechnung. Bei KfW-Programmen muss die Zusage vor dem Vorhabenbeginn vorliegen, sonst droht der Verlust der Förderung. Wer ein genehmigtes, aber nicht begonnenes Projekt übernehmen will, sollte vorab bei der Bauaufsicht klären, ob die Genehmigung noch gültig ist; die Fristen regeln die Länder.
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