Wohnungspreise in Bayerns Autostädten steigen trotz Autokrise

In allen zwölf untersuchten bayerischen Auto- und Zulieferstandorten sind die Kaufpreise für Bestandswohnungen im Jahresvergleich gestiegen, am stärksten in Schweinfurt.
Trotz der Krise der Autoindustrie sind die Wohnungspreise in Bayern in den untersuchten Auto- und Zulieferstandorten gestiegen: Die Kaufpreise für Bestandswohnungen legten im Jahresvergleich überall zu. Das zeigt eine Auswertung, über die die Augsburger Allgemeine berichtet. Grundlage sind Angebotspreise im September 2026.
Den stärksten Anstieg verzeichnet Schweinfurt mit 6,4 Prozent, knapp dahinter liegt Würzburg mit 6,3 Prozent. In Ingolstadt legten die Preise um 5,8 Prozent zu. Für Nürnberg nennt die Auswertung ein Plus von 4,1 Prozent, für Regensburg 2,7 Prozent und für den Landkreis Erlangen-Höchstadt 2,2 Prozent. Die Wohnungspreise in den bayerischen Autostädten entwickeln sich damit deutlich anders, als es die Lage der Branche erwarten ließe.
Bei den Zahlen handelt es sich um Angebotspreise, nicht um tatsächlich erzielte Verkaufspreise. Die Abschläge, die Käufer in Verhandlungen durchsetzen, bilden sie nicht ab.
Auch bei den Mieten bleibt der Druck nach oben. Eine aktuelle Mietauswertung beziffert die Kaltmiete einer Modellwohnung in Ingolstadt im September 2026 auf rund 885 Euro, ein Plus von 2,7 Prozent. Die Schwäche der Autoindustrie dämpft die Standortstimmung also, schlägt aber bislang weder auf die Kauf- noch auf die Mietpreise durch.
Rechtlicher Rahmen
Die bundesweite Mietpreisbremse gilt bis zum 31. Dezember 2029 und greift nur dort, wo ein Land sie per Verordnung angeordnet hat. Die geplante Mietrechtsreform sieht laut Bundesjustizministerium unter anderem strengere Regeln für die Vermietung zum vorübergehenden Gebrauch vor. Sie soll auf sechs Monate begrenzt sein und unter bestimmten Voraussetzungen auf insgesamt bis zu acht Monate verlängert werden können. Mehrere Quellen berichten, ein Teil der Reform solle unmittelbar nach der Verkündung gelten, Regeln zu möblierten Wohnungen und Kurzzeitvermietung nach einer Übergangsfrist von rund vier Monaten.
Was heißt das für Vermieter?
Wer in diesen Städten Wohnungen im Bestand hält, muss derzeit nicht mit sinkenden Wiederverkaufswerten rechnen. Die Wohnungspreise in Bayern steigen an den untersuchten Standorten, die Mieten ziehen mit. Kaufinteressenten, die auf Preisnachlässe durch die Autokrise gesetzt haben, sehen das bislang nicht bestätigt. Vor einer Kaufentscheidung lohnt sich ein Blick auf den tatsächlichen Marktwert des Objekts, denn Angebotspreise liegen häufig über den Abschlusspreisen.
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