Offene Immobilienfonds: Fünf Fonds stoppen Rücknahme 2026

Redaktion2 min read03.10.2026, 00:00vorgestern
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Offene Immobilienfonds: Fünf Fonds stoppen Rücknahme 2026

In diesem Jahr haben fünf Offene Immobilienfonds die Anteilsrücknahme eingestellt, zwei davon werden bereits abgewickelt, und die Mittelabflüsse bleiben hoch.

Fünf Offene Immobilienfonds haben 2026 die Rücknahme ihrer Anteile ausgesetzt, zwei davon werden inzwischen abgewickelt. Das berichtet die Börsen-Zeitung. Damit startet die Branche in eine zweite Runde der Krise, wie die FAZ sie beschreibt.

Allein im ersten Quartal stoppten drei Fonds die Rückgabe: der Wertgrund Wohnselect D, der IntReal Fokus Wohnen Deutschland und der UBS (D) Euroinvest Immobilien. Haufe nennt für die betroffenen Produkte ein Fondsvermögen von 288,7 Mio. Euro, 641,2 Mio. Euro und 408,9 Mio. Euro. Seit Mitte Januar häufen sich die Aussetzungen, statt nur vereinzelt aufzutreten.

Abflüsse bleiben hoch

Nach Zahlen der Bundesbank haben Offene Immobilienfonds in den vergangenen Jahren zusammen rund 14 Mrd. Euro verloren. Das entspricht mehr als 10 % des Vermögens, das sie 2023 noch verwalteten. Haufe beziffert die Abflüsse für 2024 und 2025 auf rund 13,5 Mrd. Euro; im Jahr davor lagen sie allein bei mehr als 7,5 Mrd. Euro. Im Januar 2026 zogen Anleger laut Morningstar weitere rund 400 Mio. Euro ab.

Die für 2026 erwartete Stabilisierung ist bislang ausgeblieben. Scope rechnet damit, dass die Abflüsse zunächst hoch bleiben und eine Erholung nur schwach ausfällt.

Nicht mehr nur Büro

Waren zuvor vor allem Fonds mit Büroimmobilien unter Druck, trifft es nun auch Wohnfonds und breit aufgestellte Produkte. Im Kern geht es um Liquidität, Bewertungsdruck und Verkaufszwänge: Wer Anteile zurückgeben will, löst bei den Fonds Verkäufe aus, und die müssen in einem schwachen Transaktionsmarkt zu Käuferkonditionen erfolgen.

Fristen für Anleger

Für Anteile, die nach dem 21. Juli 2013 erworben wurden, gilt eine Mindesthaltedauer von 24 Monaten und eine Kündigungsfrist von 12 Monaten. Beide Fristen laufen parallel; gekündigt werden kann schon während der Haltezeit. Für ältere Anteile gelten Altregeln mit einem Freibetrag von bis zu 30.000 Euro pro Kalenderhalbjahr zum aktuellen Rücknahmepreis. Eine Aussetzung der Rücknahme kann bis zu 36 Monate dauern.

Was heißt das für Vermieter?

Fonds, die Liquidität beschaffen müssen, verkaufen Objekte in einem ohnehin zähen Markt. Das kann den Preisdruck auf Standardobjekte erhöhen, während gut gelegene, hochwertige Immobilien gefragt bleiben. Wer einen Bestand verkaufen will, muss bei durchschnittlicher Qualität mit schwächeren Ausstiegsmöglichkeiten rechnen.

Wer selbst Fondsanteile hält, sollte die Fristen kennen: Bei gestoppter Rücknahme ist der Zugriff auf das Geld bis zu drei Jahre blockiert.

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