DIFI fällt im Q3 2026 auf minus 14 Punkte

Redaktion3 min read03.10.2026, 00:00vorgestern
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DIFI fällt im Q3 2026 auf minus 14 Punkte

Der Immobilienfinanzierungsindex DIFI von JLL und HWWI sinkt im dritten Quartal 2026 um 6,1 Punkte auf minus 14; erstmals sind alle Assetklassen bei den Erwartungen im Minus.

Der Deutsche Immobilienfinanzierungsindex (DIFI) von JLL und dem Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) ist im dritten Quartal 2026 um 6,1 Punkte auf minus 14 Punkte gefallen. Die leichte Stabilisierung des zweiten Quartals (plus 1,1 Punkte) ist damit komplett aufgezehrt. Befragt wurden vom 18. bis 26. August 34 Finanzierungsexperten.

Treiber des Einbruchs ist der Erwartungsindikator für die kommenden sechs Monate. Er stürzt von minus 0,3 auf minus 14,4 Punkte. Die Einschätzung der aktuellen Lage verbessert sich dagegen um zwei Punkte auf minus 13,6. Im zweiten Quartal hatten die Befragten noch auf eine baldige Trendwende gesetzt, nun rechnen sie mit nochmals leicht verschärften Finanzierungsbedingungen. Den Tiefststand markierte der Index Ende 2022 mit minus 69,7 Punkten.

JLL-Researchchef Helge Scheunemann führt die Stimmung auf den jüngsten Zinsanstieg und die zurückkehrende Inflation zurück. Beides belaste die Konditionen, obwohl sich die Konjunkturdaten zuletzt aufgehellt hätten.

Wohnen verlässt erstmals die Pluszone

Bei den Erwartungen rutschen alle fünf Segmente ins Negative. Das Wohnsegment verliert 15,4 Punkte und liegt bei minus 2,9 Punkten. Den größten Rückgang verzeichnet das Büro mit 23,7 Punkten auf minus 41,9. Logistik verliert 23,6 Punkte (minus 10), Einzelhandel 5,5 Punkte (minus 10) und Hotels 2,3 Punkte (minus 7,1).

Im Gesamtindex je Assetklasse bleibt Wohnen mit plus 2,9 Punkten als einziges Segment positiv, büßt aber 7,5 Punkte ein. Logistik fällt um 17,8 Punkte auf minus 13,3, Einzelhandel steht ebenfalls bei minus 13,3, Hotels bei minus 5,4. Büro bleibt mit minus 41 Punkten das Schlusslicht. HWWI-Senior-Researcher Andreas Lagemann nennt die Entwicklung beim Wohnen ein deutliches Signal: Auch der bislang stabilste Sektor sei nicht mehr immun gegen den allgemeinen Trend.

Neugeschäft der Banken wächst, Ausblick trübt sich ein

Im ersten Halbjahr 2026 vergaben zwölf von JLL betrachtete Banken Gewerbeimmobilienkredite über rund 17 Milliarden Euro, nach 14,8 Milliarden im Vorjahreszeitraum – ein Plus von 15 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet JLL bei den marktführenden Banken eher eine Seitwärtsbewegung. Laut Dominik Rüger, Senior Director Debt Advisory, agieren Kreditgeber angesichts geopolitischer Unsicherheiten und eines strukturell höheren Zinsniveaus selektiver und setzen auf eine Flight-to-Quality-Strategie.

KI-Modelle spielen in der Kreditvergabe bisher eine geringe Rolle: Die Hälfte der Experten hält sie heute für wenig relevant. In drei Jahren erwarten rund drei Viertel der Befragten eine ziemlich oder sehr hohe Relevanz.

Was heißt das für Vermieter?

Wer in den nächsten Monaten eine Anschlussfinanzierung oder einen Kauf plant, sollte mit eher strengeren Konditionen rechnen. Banken prüfen laut JLL selektiver, Objekte mit soliden Cashflows und guter Lage haben bessere Karten. Ein früher Konditionsvergleich und eine Simulation der eigenen Zinsbelastung bei höheren Sätzen schaffen Planungssicherheit.

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