Berliner Zinshausmarkt zieht im 1. Halbjahr 2026 kräftig an

Der Gutachterausschuss Berlin meldet für das zweite Quartal 2026 ein Transaktionsvolumen von 901,6 Millionen Euro bei Wohn- und Geschäftshäusern – fast die Hälfte mehr als ein Jahr zuvor.
Der Berliner Gutachterausschuss hat vorläufige Umsatzzahlen für das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht, die eine deutliche Belebung des Zinshausmarkts zeigen. Im zweiten Quartal 2026 wechselten laut Marktbericht 179 Wohn- und Geschäftshäuser den Eigentümer, ein Plus von rund 8 Prozent gegenüber den 166 Kauffällen aus dem Vorjahresquartal. Das Transaktionsvolumen kletterte auf 901,6 Millionen Euro – gegenüber 613,2 Millionen Euro in Q2 2025 ein Zuwachs von etwa 47 Prozent.
Auch preislich zieht der Markt an, allerdings nicht einheitlich. Wohn- und Geschäftshäuser kosteten im zweiten Quartal 2026 im Schnitt rund 2.342 Euro je Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche, gut 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Reine Mehrfamilienhäuser entwickelten sich gegenläufig: Hier lag der Quadratmeterpreis bei etwa 2.062 Euro und damit rund 10 Prozent unter dem Niveau von 2025.
Beim Ertragswertverfahren zeigt sich die vorsichtige Preisfindung besonders deutlich. Der mittlere Vervielfältiger für Mehrfamilienhäuser liegt 2026 bei 21,1 Jahresnettokaltmieten – der niedrigste Wert seit 2014 und 34 Prozent unter dem Höchststand von 32,1 aus dem Jahr 2021. Käufer kalkulieren damit weiterhin konservativer als in der Niedrigzinsphase, auch wenn die Umsatzzahlen wieder steigen.
Dass institutionelle Investoren zurück im Markt sind, zeigt auch ein aktueller Einzeldeal: Am 21. September 2026 erwarb die Deutsche Investment drei Wohn- und Geschäftshäuser in Berlin. Solche Ankäufe passen zum Bild eines Marktes, der nach der Zinswende wieder mehr Bewegung zulässt, ohne zu alten Höchstpreisen zurückzukehren.
Was heißt das für Vermieter?
Wer ein Wohn- und Geschäftshaus in Berlin verkaufen will, trifft aktuell auf mehr Nachfrage und realistischere Verkaufschancen als noch vor ein bis zwei Jahren. Bei reinen Mehrfamilienhäusern bleibt das Preisniveau gedrückt, der niedrige Vervielfältiger von 21,1 spricht aber für ein liquideres Umfeld als in der Hochzinsphase. Für die laufende Bewirtschaftung bleiben ortsübliche Vergleichsmiete, die bis Ende 2029 verlängerte Mietpreisbremse und die Berliner Kappungsgrenze von 15 Prozent binnen drei Jahren die entscheidenden Stellschrauben, unabhängig von der Marktdynamik beim Verkauf.
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