Wohneigentumsquote in Deutschland sinkt auf 43,5 Prozent

Redaktion2 min read15.09.2026, 00:00vor 2 Wochen
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Wohneigentumsquote in Deutschland sinkt auf 43,5 Prozent

Eine neue Studie zeigt: Der Anteil der Deutschen mit eigener Immobilie ist auf den niedrigsten Stand seit rund 20 Jahren gefallen.

Die Wohneigentumsquote in Deutschland ist laut einer aktuellen Auswertung auf 43,5 Prozent gesunken, den niedrigsten Wert seit gut zwei Jahrzehnten. Damit besitzt weniger als die Hälfte der Bevölkerung die eigenen vier Wände, während der überwiegende Rest zur Miete wohnt.

Die Zahl fügt sich in einen längeren Trend. Nach der Zensus-Auswertung von Destatis lag die Eigentumsquote der Wohnungen 2022 noch bei 44,3 Prozent, 2011 waren es 45,9 Prozent gewesen. Zwischen den beiden Erhebungen ging der Anteil damit um 1,6 Prozentpunkte zurück. Eine weitere Studie bezifferte den Wert für 2022 mit 43,6 Prozent, die aktuelle Meldung mit 43,5 Prozent liegt in etwa auf diesem Niveau.

Im europäischen Vergleich bleibt Deutschland damit am unteren Rand. Ein Bericht nennt für Deutschland eine Eigentumsquote von 48 Prozent, während der EU-Durchschnitt bei 69 Prozent liegt. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) weist zudem darauf hin, dass die Quote seit der Jahrtausendwende nur moderat gestiegen ist und in den vergangenen Jahren praktisch stagniert.

Grundlage der belastbarsten Zahlen ist der Zensus 2022, den Destatis nur alle zehn Jahre bundesweit erhebt. Neuere Werte stammen aus separaten Studien und Medienauswertungen, die auf anderen Datengrundlagen beruhen als der amtliche Zensus. Die Differenz zwischen den kolportierten 43,5 Prozent und den amtlichen 44,3 Prozent aus 2022 dürfte sich daraus erklären.

Was heisst das für Vermieter?

Eine niedrige und weiter sinkende Eigentumsquote bedeutet strukturell hohe Mietnachfrage, vor allem in Städten und wachstumsstarken Regionen. Besonders Haushalte unter 50 Jahren verschieben den Immobilienkauf oder verzichten ganz darauf, was das Mietsegment langfristig stützt. Für private Vermieter ist das kein automatischer Preistreiber, wohl aber ein Signal für anhaltend stabile Vermietbarkeit von Bestandswohnungen. Gleichzeitig dürfte der Trend die politische Debatte über Mietrecht und Neubauförderung weiter befeuern.