Bauetat 2027: Hubertz verteidigt Kürzung im Bundestag

Bauministerin Hubertz hat den umstrittenen Bauetat 2027 im Bundestag gegen scharfe Kritik der Opposition verteidigt.
Der Bundestag hat am 10.9.2026 in erster Lesung über den Bauetat 2027 des Bundesbauministeriums beraten. Bauministerin Verena Hubertz (SPD) verteidigte dabei gegen scharfe Kritik der Opposition ein Ausgabenvolumen von 7,51 Milliarden Euro – rund 240 Millionen Euro weniger als 2026, als noch 7,75 Milliarden Euro veranschlagt waren.
Die Einnahmen des Ministeriums sollen laut Etatentwurf von 183,2 auf 142,9 Millionen Euro sinken. Für Investitionen sind knapp 5,17 Milliarden Euro vorgesehen, ein Plus von rund 374 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr.
Sozialer Wohnungsbau wird gestärkt: Die Mittel steigen von 2,65 auf 3,28 Milliarden Euro, für das Förderprogramm 2027 ist zusätzlich ein Verpflichtungsrahmen von fünf Milliarden Euro eingeplant. Gleichzeitig sollen die Zahlungen für das Wohngeld von 2,43 Milliarden auf 1,81 Milliarden Euro gekürzt werden – ein Beitrag zur Haushaltskonsolidierung, den das Kabinett bereits am 6.7.2026 per Gesetzentwurf beschlossen hatte.
Für das mittlerweile ausgelaufene Baukindergeld sind noch 730 Millionen Euro zur Ausfinanzierung eingeplant (2026: rund 808 Millionen Euro). Die Wohnungsbauprämie soll von 220 auf 210 Millionen Euro sinken, die Städtebauförderung von 504 auf 476 Millionen Euro. Im Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität steigen die Ausgaben für Investitionen in den Wohnungsbau von 531,8 auf 636,7 Millionen Euro; darin enthalten sind 32,5 Millionen Euro für barrierefreies und altersgerechtes Umbauen.
Hubertz verwies auf 13 Monate in Folge steigende Baugenehmigungen und mehr Kreditzusagen als Beleg für eine Trendwende. "Wir haben die Weichen richtig gestellt", sagte die Ministerin zum Bauetat 2027, räumte aber ein, dass der Wohnungsbau weiterhin von einem niedrigen Niveau komme.
Die Opposition ließ das nicht gelten. Der AfD-Abgeordnete Marc Bernhard erklärte, trotz höherer Mittel für sozialen Wohnungsbau werde es wegen gestiegener Baukosten nicht mehr Wohnungen geben. Die Grünen-Politikerin Lisa Paus warf Hubertz vor, mehr Wohnungen versprochen zu haben, obwohl aktuell weniger gebaut werde. Sascha Wagner (Die Linke) forderte mehr Mittel für den gemeinnützigen Wohnungsbau und kritisierte falsche Prioritäten der Regierung.
Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) mahnte im Zuge der Beratungen zum Bauetat 2027 mehr Planbarkeit und Transparenz an. Kritisiert wird vor allem die geplante Zusammenführung mehrerer Förderprogramme für Neubau, Umbau und Umnutzung in einen neuen Titel "Förderung des Neu- und Umbaus von Gebäuden", weil die künftige Mittelverteilung dabei unklar bleibe. ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan warnte, fehlende Planungssicherheit bremse dringend benötigte Investitionen.
Was heisst das fuer Vermieter?
Für Vermieter mit Sanierungs- oder Neubauplänen bleibt die Förderkulisse 2027 vorerst unübersichtlich, da mehrere Programme in einem neuen Titel zusammengeführt werden sollen. Wer Wohngeld-Empfänger als Mieter hat, sollte die geplanten Kürzungen ab 2027 im Blick behalten, da sie die Zahlungsfähigkeit betroffener Haushalte beeinflussen können. Die Aufstockung beim sozialen Wohnungsbau eröffnet Investoren zugleich neue Förderchancen, sofern die Bedingungen rechtzeitig konkretisiert werden.
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