GREIX Mietpreisindex Q2 2026: Mieten wachsen kaum noch

Die Angebotsmieten steigen nominal um 3 % – real bleibt fast nichts übrig. Was der GREIX Q2 2026 für Vermieter bedeutet.
GREIX Mietpreisindex Q2 2026: Was Vermieter jetzt wissen müssen
Der aktuelle GREIX Mietpreisindex für das zweite Quartal 2026 liefert ein ernüchterndes Bild: Die Angebotsmieten in deutschen Städten legten zwar nominal um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Angesichts der gestiegenen Inflation schmilzt dieser Zuwachs real jedoch auf lediglich 0,3 Prozent im Jahresvergleich zusammen. Für Vermieter und Investoren bedeutet das: Die Zeiten kräftiger realer Mietsteigerungen sind vorerst vorbei.
Das Kiel Institut für Weltwirtschaft wertet für den GREIX-Index die Angebotsmietpreise in 37 deutschen Städten und Regionen aus – darunter alle 30 bevölkerungsreichsten Städte – auf Basis der VALUE-Marktdatenbank. Die Daten gelten als einer der zuverlässigsten Indikatoren für die aktuelle Mietpreisentwicklung in Deutschland.
Reales Mietwachstum trotz nominalem Plus kaum spürbar
Nominell sieht die Lage noch stabil aus: Die Jahresrate hat sich nahe der Drei-Prozent-Marke eingependelt. Doch da auch die allgemeine Teuerung anzieht, verbleibt unterm Strich real kaum etwas. Besonders auffällig: Im Quartalsvergleich verzeichnen die Angebotsmieten bereits das zweite Minus in Folge, wenn man die Inflation herausrechnet.
Projektleiter Jonas Zdrzalek vom Kiel Institut für Weltwirtschaft betont, dass weniger der bundesweite Durchschnitt entscheidend sei als das ausgeprägte Gefälle zwischen den Städten. Dieses reiche von einem Plus von sechs Prozent in Köln bis zu einem Minus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr in Berlin – eine Spannweite von fast sieben Prozentpunkten allein unter den acht größten deutschen Städten.
Stadtvergleich: Köln vorn, Berlin im Minus
Die Unterschiede zwischen den Großstädten sind im zweiten Quartal 2026 besonders markant. Im Quartalsvergleich (Q2 zu Q1 2026) lagen folgende Städte über dem gesamtdeutschen Zuwachs von 0,8 Prozent:
- Hamburg: +2,0 Prozent
- Köln: +1,3 Prozent
- Düsseldorf: +1,1 Prozent
- München: +0,8 Prozent (genau im Bundesschnitt)
Deutlich schwächer entwickelten sich dagegen:
- Berlin: +0,6 Prozent
- Frankfurt am Main: +0,1 Prozent
- Stuttgart: +0,0 Prozent
- Leipzig: -0,1 Prozent
Jahresvergleich bestätigt das Bild
Noch deutlicher wird die Divergenz beim Blick auf die Jahresveränderungsrate. Köln führt das Feld mit einem Zuwachs von 6,0 Prozent an, gefolgt von Hamburg mit 5,1 Prozent und Düsseldorf mit 4,1 Prozent. München liegt mit 3,7 Prozent über dem Bundesschnitt, Frankfurt am Main und Leipzig verzeichnen moderate Zuwächse von je 2,8 Prozent. Stuttgart kommt nur auf 1,3 Prozent.
Berlin sticht als einzige der acht größten Städte mit einem Rückgang von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum heraus – ein klares Signal, dass der dortige Mietmarkt unter besonderen Druck geraten ist.
Möbliert vs. unmöbliert: Kaum noch ein Unterschied
Eine weitere zentrale Erkenntnis des aktuellen GREIX-Updates betrifft die Frage, ob sich möblierte und unmöblierte Wohnungen in ihrer Preisdynamik unterscheiden. Die Antwort lautet: kaum noch. Beide Segmente entwickeln sich mit vergleichbarer Preisdynamik, was auf eine weitgehende Angleichung der Marktbedingungen hindeutet.
Für Vermieter, die bislang auf möblierte Vermietung als Renditeturbo gesetzt haben, ist das ein wichtiges Signal: Der Preisaufschlag für Möblierung lässt sich offenbar nicht mehr so einfach durch stärkere Mietsteigerungen konservieren wie in früheren Phasen des Mietmarkts.
Was bedeutet das für Vermieter und Investoren?
Die Daten des GREIX Mietpreisindex Q2 2026 liefern mehrere praxisrelevante Schlussfolgerungen:
- Standortwahl bleibt entscheidend: Wer in Köln, Hamburg oder Düsseldorf vermietet, profitiert von überdurchschnittlicher Mietdynamik.
- Berlin erfordert neue Kalkulation: Ein realer Mietrückgang verändert die Renditeerwartungen und sollte in Businessplänen berücksichtigt werden.
- Inflationsschutz durch Miete schwindet: Das reale Mietwachstum von nur 0,3 Prozent im Jahresvergleich bietet kaum noch Kaufkraftschutz.
- Möblierung allein reicht nicht: Die Angleichung der Preisdynamik zwischen möblierten und unmöblierten Wohnungen macht eine differenziertere Vermietungsstrategie notwendig.
Der deutsche Mietmarkt befindet sich damit in einer Phase der Normalisierung. Nominale Zuwächse täuschen über stagnierende Realkaufkraft hinweg. Wer als Vermieter oder Investor langfristig plant, sollte die städtischen Unterschiede genau beobachten und seine Erwartungen entsprechend anpassen.
More News

Stellplatzvermietung: Wie Vermieter mehr Ertrag erzielen
15.08.2026
Steuerprivilegien im Visier: Was Klingbeils Kurs bedeutet
15.08.2026
Pflegeimmobilien: Insolvenz trifft Seniorenresidenz Hamburg
15.08.2026
Deutsche Finance Klage: Anleger fordern Auskunft
15.08.2026
12.18. Investment Management insolvent: Was Anleger wissen müssen
15.08.2026