KfW-Förderstopp: Barrierefreier Umbau gestoppt

Das KfW-Programm 455-B für barrierefreien Umbau ist gestoppt – wegen Übernachfrage. Was Vermieter jetzt wissen müssen.
KfW-Förderstopp beim barrierefreien Umbau trifft Vermieter unvorbereitet
Wer als Vermieter in diesem Jahr einen barrierefreien Umbau seines Wohngebäudes geplant und auf staatliche Förderung gesetzt hat, steht jetzt vor einem Problem. Das Bundesbauministerium hat das KfW-Förderprogramm 455-B mit sofortiger Wirkung gestoppt – der Antragsstopp gilt ab dem 31. Juli 2026. Grund ist eine außergewöhnlich hohe Nachfrage, die die verfügbaren Mittel vollständig aufgezehrt hat.
Was das KfW-Programm 455-B leistete
Das KfW-Programm 455-B war ein Zuschussinstrument, das Eigentümer von Wohngebäuden dabei unterstützte, Barrieren im vorhandenen Wohnungsbestand zu reduzieren. Gefördert wurden konkrete Umbaumaßnahmen, die das Wohnen für ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen sicherer und komfortabler machen sollten.
Das Programm war damit kein Randthema, sondern eine direkt relevante Förderquelle für Vermieter, die ihren Bestand zukunftsfähig aufstellen wollten. Angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland – die Gesellschaft altert zunehmend – wächst der Bedarf an barrierearmen Wohnungen kontinuierlich.
Typische Maßnahmen, die das Programm abdeckte
Barrierefreie Umbauten umfassen ein breites Spektrum an Einzelmaßnahmen. Dazu zählen unter anderem:
- Einbau von Treppenliften oder Aufzugsanlagen
- Verbreiterung von Türdurchgängen für Rollstuhlnutzer
- Ebenerdige Umgestaltung von Dusch- und Badebereichen
- Anbringung von Haltegriffen und Handläufen
- Schwellenfreie Gestaltung von Eingangsbereichen und Terrassen
- Anpassung von Lichtschaltern und Bedienelementen auf erreichbare Höhen
Diese Maßnahmen sind in der Praxis kostspielig und wurden durch den KfW-Zuschuss erheblich wirtschaftlicher.
Warum der Stopp Vermieter so hart trifft
Der Antragsstopp kommt nicht schrittweise, sondern wirkt sofort. Wer noch keinen Antrag gestellt hat, geht leer aus – unabhängig davon, wie weit die eigene Planung bereits fortgeschritten ist. Für Vermieter, die beispielsweise bereits Handwerker beauftragt oder Angebote eingeholt haben, entsteht dadurch ein erhebliches finanzielles Planungsproblem.
Besonders betroffen sind Eigentümer, die:
- Umbauten für ältere Bestandsmieter angekündigt haben
- Leerstandswohnungen barrierefrei herrichten wollten, um neue Zielgruppen anzusprechen
- Maßnahmen im Rahmen einer umfassenderen Modernisierungsplanung vorgesehen hatten
Das Programm war offensichtlich so attraktiv, dass die Nachfrage die bereitgestellten Mittel weit überstiegen hat. Das Bundesbauministerium sah sich daher gezwungen, den Antragsstopp ohne Vorlaufzeit zu verfügen.
Was jetzt zu tun ist
Zunächst sollten betroffene Vermieter prüfen, ob laufende Projekte durch bestehende, bereits bewilligte Anträge gedeckt sind. Bereits genehmigte Förderzusagen verlieren durch den Stopp ihre Gültigkeit nicht – es geht allein um neue Anträge.
Wer seine Umbaupläne nicht auf Eis legen möchte, sollte jetzt alternative Finanzierungswege prüfen. Mögliche Anlaufstellen sind:
- Landesförderprogramme: Einige Bundesländer unterhalten eigene Programme zur Förderung von Barrierefreiheit im Wohnbestand.
- KfW-Kreditprogramme: Auch wenn der Zuschuss gestoppt ist, können zinsgünstige Kreditlinien der KfW für Modernisierungen grundsätzlich weiterhin beantragt werden – eine individuelle Beratung bei der Hausbank ist empfehlenswert.
- Steuerliche Abschreibung: Umbaukosten können unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich geltend gemacht werden – hier lohnt die Rücksprache mit dem Steuerberater.
Mittelfristig: Förderung im Blick behalten
Förderstopps wegen Übernachfrage sind keine Seltenheit in der deutschen Förderlandschaft. In der Vergangenheit wurden ähnliche Programme nach einer Aufstockung der Haushaltsmittel wieder geöffnet. Vermieter, die ihre Umbaupläne zurückstellen können, sollten das Programm weiterhin beobachten und sich für eine mögliche Neuauflage rechtzeitig vorbereiten.
Das bedeutet konkret: Planungsunterlagen fertigstellen, Kostenvoranschläge einholen und alle Voraussetzungen für eine schnelle Antragstellung schaffen – damit beim nächsten Programmstart keine Zeit verloren geht.
Fazit: Schnelles Handeln ist gefragt
Der Förderstopp beim barrierefreien Umbau ist ein deutliches Signal, wie gefragt staatliche Unterstützung in diesem Bereich ist. Für Vermieter unterstreicht er gleichzeitig, wie wichtig es ist, Förderanträge frühzeitig zu stellen und Programmänderungen kontinuierlich zu verfolgen. Wer jetzt handelt und Alternativen prüft, bleibt handlungsfähig – auch ohne den KfW-Zuschuss.
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