Marktanalyse

Münchner Umbauagentur: Thomas Hobohm übernimmt Leitung

Wolfgang Staufer4 min read10.08.2026, 00:00vor 12 Stunden
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Münchner Umbauagentur: Thomas Hobohm übernimmt Leitung

Jobwechsel im Münchner Planungsreferat: Thomas Hobohm wechselt vom Wohnungsbaumanagement an die Spitze der städtischen Umbauagentur.

Münchner Umbauagentur bekommt neuen Chef

Die Münchner Umbauagentur erhält eine neue Führungspersönlichkeit: Thomas Hobohm, zuletzt als Wohnungsbaumanager der Landeshauptstadt tätig, übernimmt künftig die Leitung der Einrichtung. Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause bestätigte den Wechsel offiziell. Damit vollzieht das Münchner Planungsreferat eine personelle Neuaufstellung mit klarer strategischer Botschaft.

Hobohm hatte die eigens für ihn geschaffene Position des Wohnungsbaumanagers bekleidet und in dieser Funktion den kommunalen Wohnungsbau koordiniert. Nun rückt er an die Spitze einer Institution, die sich einem der drängendsten urbanen Themen widmet: der Umwandlung nicht mehr genutzter Gewerbeflächen in dringend benötigten Wohnraum.


Was macht die Münchner Umbauagentur?

Die Münchner Umbauagentur verfolgt einen ungewöhnlichen, aber zunehmend diskutierten Ansatz in der Stadtentwicklung. Statt auf der sprichwörtlichen grünen Wiese zu bauen, sucht die Stadt gezielt nach Bestandsgebäuden, die sich für eine Wohnnutzung eignen – allen voran leer stehende Bürogebäude.

Die Grundidee: Wo Büros verwaisen, kann Wohnraum entstehen. München reagiert damit auf zwei gleichzeitige Entwicklungen – einen anhaltenden Nachfrageüberhang auf dem Wohnungsmarkt einerseits und einen wachsenden Leerstand im Bürosegment andererseits. Die Umbauagentur fungiert dabei als Vermittlerin zwischen der Stadt und privaten Bauherren, die solche Projekte realisieren wollen oder sollen.

Die Branche hat diesen Ansatz grundsätzlich positiv aufgenommen, auch wenn das tatsächlich aktivierbare Potenzial solcher Umbauprojekte aus Sicht von Experten deutlich begrenzt ist.


Hobohmm als Brückenbauer zwischen Verwaltung und Markt

Erfahrung in der kommunalen Wohnungspolitik

Hobohm bringt für seine neue Aufgabe einen klaren Hintergrund mit: Als Wohnungsbaumanager war er bereits in der Schnittstelle zwischen städtischer Planung und der konkreten Umsetzung von Wohnprojekten aktiv. Diese Erfahrung dürfte ihm bei der Leitung der Umbauagentur zugutekommen, da die Einrichtung genau diese Vermittlerrolle zwischen Stadtverwaltung und Immobilienwirtschaft ausfüllt.

Symbolik des Personalwechsels

Der Wechsel an der Spitze der Münchner Umbauagentur ist mehr als eine Personalentscheidung im Verborgenen. Er signalisiert, dass die Stadtführung unter Oberbürgermeister Dominik Krause dem Thema Umbau und Nachverdichtung strategisch höheres Gewicht beimessen möchte. Mit Hobohm übernimmt jemand das Steuer, der bereits tief in den Strukturen der Münchner Wohnungsbaupolitik verwurzelt ist.


Warum das für Vermieter und Investoren relevant ist

Für private Vermieter und institutionelle Immobilieninvestoren, die in München engagiert sind oder es werden wollen, lohnt ein genauer Blick auf diese Entwicklung. Die Arbeit der Umbauagentur und die dahinterliegende kommunale Strategie können den Münchner Wohnungsmarkt auf verschiedene Weisen beeinflussen:

  • Neues Angebot durch Büro-zu-Wohn-Umwandlungen könnte mittelfristig das Angebot an Mietwohnungen in bestimmten Stadtteilen erhöhen.
  • Förderprogramme und Kooperationen mit der Stadt könnten für Eigentümer entsprechender Liegenschaften interessant werden.
  • Planungsrechtliche Rahmenbedingungen für Nutzungsänderungen könnten sich im Zuge der stärkeren institutionellen Unterstützung vereinfachen.
  • Lageattraktivität von Bürostandorten in Wohnlagen könnte durch erfolgreiche Umbauprojekte neu bewertet werden.
  • Konkurrenz durch kommunale Projekte ist ein Faktor, den private Vermieter im Blick behalten sollten.

München zählt zu den teuersten Wohnlagen Deutschlands. Jede strukturelle Veränderung auf der Angebotsseite – auch wenn sie zunächst klein erscheint – kann langfristige Auswirkungen auf Mietpreisentwicklung und Investitionsrenditen haben.


Büroleerstand als Rohstoff für Wohnraum

Das Konzept, Büroflächen in Wohnraum zu verwandeln, gewinnt in deutschen Großstädten an Fahrt. Gerade seit der beschleunigten Verbreitung von Homeoffice-Modellen stehen in vielen Lagen Büroflächen leer oder werden strukturell untergenutzt. Gleichzeitig bleibt der Druck auf den Wohnungsmarkt in Städten wie München ungebrochen hoch.

Ein konkretes Beispiel aus dem Münchner Stadtgebiet zeigt, wie solche Projekte in der Praxis aussehen können: Im Stadtteil Bogenhausen plant das Unternehmen Rock Capital den Umbau einer leer stehenden Büroimmobilie im Zamilapark zu Wohnungen – und hat seine Pläne dabei bereits an veränderte Rahmenbedingungen angepasst.

Solche Einzelprojekte verdeutlichen: Die Umnutzung von Gewerbeimmobilien ist kein theoretisches Konzept, sondern findet bereits statt. Die Umbauagentur soll diesen Prozess systematisieren und beschleunigen.


Fazit: Personalentscheidung mit stadtpolitischer Aussagekraft

Die Berufung von Thomas Hobohm an die Spitze der Münchner Umbauagentur ist ein klares Signal der Stadtführung: München setzt auf Umbau statt Neubau auf der grünen Wiese, und es setzt auf Kontinuität durch erfahrene Akteure aus dem eigenen Wohnungsbauapparat. Für den Münchner Immobilienmarkt bedeutet das eine weitere Professionalisierung der kommunalen Wohnstrategie – mit möglichen Auswirkungen auf Angebot, Planung und Investitionsklima.