1,35 Millionen fehlende Wohnungen: NRW am stärksten betroffen

Wolfgang Staufer3 min read26.08.2026, 00:00vor 14 Stunden
Share X LinkedIn
1,35 Millionen fehlende Wohnungen: NRW am stärksten betroffen

In Deutschland fehlen rund 1,35 Millionen Wohnungen, am stärksten betroffen ist NRW mit etwa 376.000 fehlenden Einheiten.

In Deutschland fehlen aktuellen Schätzungen zufolge rund 1,35 Millionen Wohnungen, der Social-Wohn-Monitor 2026 beziffert das Defizit zum Ende 2024 sogar auf 1,4 Millionen. Besonders betroffen ist Nordrhein-Westfalen, wo den Berechnungen nach etwa 376.000 Wohnungen fehlen. Für private Vermieter und Investoren bestätigt sich damit ein anhaltender Nachfrageüberhang, der die Vermietbarkeit vieler Objekte stützt.

Wohnungsdefizit erreicht neuen Höchststand

Zahlen im Überblick

Die bundesweite Lücke von 1,35 bis 1,4 Millionen fehlenden Wohnungen zeigt, dass der Wohnungsbau seit Jahren nicht mit der Nachfrage Schritt hält. Besonders im bezahlbaren Segment bleibt der Mangel groß, wie mehrere Marktbeobachter und Verbände betonen.

NRW liegt mit rund 376.000 fehlenden Wohnungen an der Spitze aller Bundesländer – ein Wert, der die Dringlichkeit für neue Investitionen in Ballungsräumen wie Köln, Düsseldorf oder dem Ruhrgebiet unterstreicht.

Politische Reaktionen und Förderprogramme

Auf Landesebene reagiert NRW mit Förderzusagen: Im Februar 2026 wurden 2,4 Milliarden Euro für den Bau von 13.356 Wohnungen bewilligt. Ob solche Programme das strukturelle Defizit kurzfristig ausgleichen können, bleibt allerdings fraglich, da Baukosten und Zinsniveau weiterhin bremsend wirken.

Auch auf Bundesebene laufen weitere Initiativen, um den Wohnungsbau anzukurbeln. Der politische Druck steigt, da das Thema Wohnungsnot zunehmend als Marktversagen eingeordnet wird.

Bedeutung für Vermieter und Investoren

Hohe Nachfrage als Vermietungsvorteil

Das anhaltende Defizit an Wohnungen bedeutet für private Vermieter in vielen Regionen eine stabile bis hohe Nachfrage. Vor allem kleinere, bezahlbare Wohnungen in Ballungsräumen lassen sich in der Regel zügig wiedervermieten.

Gleichzeitig wächst mit der angespannten Marktlage der politische Druck auf mietrechtliche Regulierungen. Vermieter sollten deshalb besonders auf rechtssichere Prozesse bei Mieterhöhungen, Kündigungen und Nebenkostenabrechnungen achten.

Relevante Fristen im Überblick

Für die tägliche Praxis bleiben die bestehenden gesetzlichen Fristen zentral:

  • Kündigungsfrist Vermieter (§ 573c Abs. 1 BGB): je nach Mietdauer 3, 6 oder 9 Monate; Zugang bis zum 3. Werktag eines Monats erforderlich
  • Nebenkostenabrechnung (§ 556 Abs. 3 BGB): innerhalb von 12 Monaten nach Ende des Abrechnungszeitraums
  • Mieterhöhung (§ 558 BGB): frühestens 15 Monate nach der letzten Erhöhung, Zustimmungsfrist für Mieter von 2 Monaten
  • Kautionsrückzahlung (§ 551 BGB): in angemessener Frist, in der Praxis meist 3 bis 6 Monate

Zusätzlich wird derzeit auf Bundesebene eine zeitliche Grenze von grundsätzlich 6 Monaten für die Vermietung zum vorübergehenden Gebrauch diskutiert. Pauschale neue Reformregeln für Privatvermieter, wie sie teilweise kursieren, sind bislang nicht belastbar bestätigt.

Was heißt das für Vermieter?

Das Defizit von 1,35 Millionen Wohnungen bundesweit und rund 376.000 in NRW zeigt: Der deutsche Wohnungsmarkt bleibt strukturell angespannt, insbesondere im bezahlbaren Segment. Für private Vermieter bedeutet das weiterhin gute Vermietungschancen, besonders in Regionen mit hohem Nachholbedarf wie NRW.

Gleichzeitig sollten Vermieter die bestehenden gesetzlichen Fristen konsequent einhalten, da politischer Druck und mietrechtliche Diskussionen zunehmen. Wer Nebenkostenabrechnungen, Mieterhöhungen und Kündigungen rechtssicher gestaltet, ist auf der sicheren Seite – unabhängig davon, wie sich künftige Regulierungsinitiativen entwickeln.