Energieeffizienz

Gasheizung Kosten: IW warnt vor Verdopplung bis 2040

Wolfgang Staufer3 min read27.07.2026, 00:00vor 7 Stunden
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Gasheizung Kosten: IW warnt vor Verdopplung bis 2040

Eine neue IW-Studie schlägt Alarm: Die Heizkosten für Gasheizungen könnten sich bis 2040 fast verdoppeln. Was Vermieter jetzt wissen müssen.

Gasheizung Kosten unter Druck: Was die IW-Studie bedeutet

Wer heute eine neue Gasheizung einbaut, könnte in wenigen Jahren mit deutlich höheren Ausgaben konfrontiert sein. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hat in einer aktuellen Untersuchung davor gewarnt, dass sich die jährlichen Heizkosten beim Betrieb einer neuen Gasheizung bis zum Jahr 2040 nahezu verdoppeln könnten. Für Vermieter ist das eine alarmierende Botschaft – mit unmittelbaren Konsequenzen für die Sanierungsplanung und die langfristige Betriebskostenkalkulation.

Was die Studie konkret zeigt

Das IW hat die langfristige Kostenentwicklung verschiedener Heizsysteme miteinander verglichen. Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Während die Wärmepumpe über viele Jahre hinweg stabile Heizkosten verspricht, droht beim Weiterbetrieb von Gasheizungen ein erheblicher Kostenanstieg.

Besonders relevant für Vermieter von Altbauten: In teilsanierten Bestandswohnungen könnten Mieter und Eigentümer durch den Umstieg auf eine Wärmepumpe im Vergleich zur Gasheizung jährlich mehr als 1.000 Euro einsparen. Diese Zahl macht deutlich, wie stark die Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Heizsystem die wirtschaftliche Bilanz eines Mietobjekts beeinflussen kann.

Das reformierte Heizungsgesetz schafft neue Unsicherheit

Im Kern der Debatte steht das überarbeitete Heizungsgesetz, das die aktuelle Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD verabschiedet hat. Die Vorgängerregierung hatte 2024 die sogenannte 65-Prozent-Regelung eingeführt, die vorschrieb, dass neu eingebaute Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Diese Regelung wurde inzwischen gestrichen.

Die Konsequenz: Der Einbau von Gas- und Ölheizungen ist wieder uneingeschränkt möglich. Gleichzeitig sollen diese Systeme aber schrittweise mit einem wachsenden Anteil alternativer Brennstoffe betrieben werden – was die laufenden Betriebskosten nach Einschätzung der IW-Forscher weiter in die Höhe treiben dürfte.

Das IW sieht in dieser Regelung ein erhebliches Problem. Eigentümer könnten durch die scheinbare Liberalisierung dazu verleitet werden, in Systeme zu investieren, die kurzfristig zulässig erscheinen, sich mittelfristig aber als unwirtschaftlich oder regulatorisch nicht zukunftsfähig erweisen könnten – so die Warnung der Wissenschaftler.

Warum das für Vermieter besonders brisant ist

Vermieter tragen bei der Wahl des Heizsystems eine doppelte Verantwortung: Sie entscheiden nicht nur über ihre eigene Investition, sondern auch über die künftigen Nebenkosten ihrer Mieter. Steigende Heizkosten können die Attraktivität einer Wohnung mindern, Mieter belasten und im schlimmsten Fall zu Leerstand führen.

Folgende Punkte sollten Vermieter bei ihrer Sanierungsplanung jetzt im Blick behalten:

  • Langfristige Kostenentwicklung beim Heizsystem realistisch kalkulieren, nicht nur den Anschaffungspreis betrachten
  • Die Eignung des Gebäudes für eine Wärmepumpe prüfen – insbesondere Dämmzustand und Vorlauftemperatur der Heizung
  • Förderprogramme für den Heizungstausch und energetische Sanierung aktuell abfragen, da sich Förderlandschaften regelmäßig verändern
  • Bei Neuverträgen oder Mieterhöhungen die Nebenkosten realistisch einschätzen und kommunizieren
  • Die regulatorische Entwicklung rund um das Heizungsgesetz weiter beobachten, da weitere Anpassungen möglich erscheinen

Wärmepumpe als wirtschaftlichere Alternative?

Die IW-Studie stellt der Gasheizung die Wärmepumpe als deutlich planbarere Alternative gegenüber. Deren Betriebskosten würden sich laut den Forschern über einen langen Zeitraum stabil entwickeln, was eine verlässlichere Grundlage für die Nebenkostenabrechnung bietet.

Allerdings ist die Wärmepumpe kein Allheilmittel. Im unsanierten Altbau mit schlechter Dämmung und hohen Vorlauftemperaturen arbeitet sie deutlich weniger effizient. Vermieter sollten deshalb immer das Gesamtpaket aus Gebäudezustand, Heizsystem und Energieträger betrachten.

Fazit: Jetzt handeln, bevor die Kosten steigen

Die Warnung des Instituts der Deutschen Wirtschaft kommt zu einem Zeitpunkt, an dem viele Vermieter angesichts des reformierten Heizungsgesetzes aufgeatmet haben. Doch die vermeintliche Entspannung könnte trügerisch sein. Wer jetzt in eine neue Gasheizung investiert, ohne die langfristigen Kostenrisiken einzukalkulieren, könnte bis 2040 eine teure Fehlentscheidung bereuen.

Für eine solide Sanierungsplanung empfiehlt es sich, nicht nur die aktuellen Regeln zu kennen, sondern auch die wirtschaftliche Perspektive über die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre in den Blick zu nehmen. Die IW-Studie liefert dafür ein deutliches Signal.